Montag, 28. Dezember 2009

Ich bin fertig, Meister, darf ich trennen?

Und nun kommt's dicke - im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe für die liebste Ex-Nachbarin eine Laptoptasche genäht. Gar nicht so einfach. Da ich keinen Schnitt hatte und nur mal heimlich in einem unbeobachteten Moment die ungefähren Maße des Laptops in Erfahrung gebracht hatte, habe ich mir selbst einen Schnitt überlegt. Es ist nicht ganz so flach geworden wie geplant, aber ich verbuche das mal unter dem Titel Anfängerfehler... Alles in allem hat mich diese Tasche eine ganze Menge Ikea-Baumwoll-Stoff, Vlieseline, Volumenvlies, Garn und etliche Nerven gekostet. Auch die Nähmaschine kam nicht ganz so leicht davon: sie mußte zeigen, dass sie einiges an Kraft besitzt. Gut, dass die alte russische DDR-Technik von Veritas einiges aushält. Ich schätze, sie gehört zu den nahezu unzerstörbaren Maschinen. Auch gut, dass es sich um eine mechanische Maschine handelt und keine computergesteuerte - ich mußte gelegentlich per Hand nachhelfen und mitdrücken. Ich weiß nicht, ob neuere Maschinen das aushalten. Die Krönung war das Annähen des Henkels - die Maschine mußte durch 6 Lagen dicksten Baumwollstoff, 4 Lagen Vlieseline und 2 Lagen Volumenvlies. Ich nehme mir fest vor, nicht wieder so schnell über die Maschine zu fluchen...

Wie auch immer - geschafft ist geschafft. Allerdings nähe ich nicht mehr so schnell Laptoptaschen. Ich habe tagelang zugeschnitten, denn sie besteht aus 34 Einzelteilen, wenn ich das gerade richtig überschlagen habe.

Mein Werk- ich gebe zu, ich bin furchtbar stolz, auch wenn sie weit entfernt von perfekt ist.

Und aufgeklappt. Mit Innentasche. Und groß genug um statt eines Laptops auch mal 2 Ordner transportierten zu können. Mit 100 cm Reißverschluss.

Vorbei!

Jetzt kann ich sie ja zeigen, meine selbst genähten Weihnachtsgeschenke. Aufgrund von Zeitmangel und fehlendem Können sind es nur 3 geworden, aber immerhin... Hier die ersten beiden:

2 Zippertäschen für meine beiden Cousinen, die darin die Patenschaft für die Kleinste im Haus fanden. Die rosa Sternchen-Tasche war innen weiß gefüttert, die rote Punktetasche hatte ein Futter aus wunderschönem grünen Retroblümchenstoff.

Und weil ich gerade Schwung hatte, gab's eine U-Heft-Hülle für unser Milchmädchen.

U-Heft-Hülle von innen. Mit Fach für den Impfausweis. Die Stoffe sind von hier.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Beute vom Weihnachtsmarkt

Letztes Wochenende öffnete das Schloss Batzdorf wie schon in den letzten Jahren seine Pforten für einen der schönsten Weihnachtsmärkte der näheren Umgebung. Wir haben gleich den Freitag Abend genutzt um dort mit Kind und Kegel aufzutauchen. Es war herrlich und wie immer waren viele wunderschöne Kunsthandelstände aufgebaut: Seifensieder, Wollfilzer, Näherinnen, Töpfer, Schmuckgestalter, Künstler... Beute gab's auch zu erstehen - u.a. eine Hose für Marit (in die sie noch reinwachsen muss) von Elvida, einer Dresdner Designerin. Ich würde es ja auch selbst nähen, aber mir fehlt leider die passende Maschine - hmpf.

Eine selbst gezogene Kerze für Tim, die Hose für Marit und 3 Pulsnitzer Pfefferkuchenherzen für die liebe Verwandtschaft zu Weihnachten. Außerdem haben wir ein fantastisches Holzpferd als Dankeschön für unseren Kinderarzt erstanden - siehe auch hier die Geschichte mit der Kinderzimmerlampe. Die Beine des Pferdchens sind beweglich gelagert sodass es eine schräge Rampe selbständig herunterlaufen kann. Tim hat schon länger eins und ist total begeistert.

Das Radio

hat wohl seinen humorvollen Tag. Heute morgen stand ich in der Küche und bereitete das Kindergartenfrühstück für den großen Unfug vor als im Radio vom gestrigen Fußballspiel berichtet wurde. Natürlich durfte auch einer der Trainer seinen Senf dazu geben - wie bei dieser Spezies häufig fiel der nicht besonders sinnvoll aus: "Nun, äh, beide Mannschaften haben versucht, Fußball zu spielen..." Ja, genau. Ich dachte, man könne dies von zwei Profimannschaften schon erwarten. Ich bin ja gar nicht so vermessen zu erwarten, dass sie es nicht nur versuchen, sondern sogar Fußball spielen können. Man soll seine Ansprüche schließlich nicht zu hoch ansetzen um nicht enttäuscht zu werden...

Gerade eben schaltete ich das Radio wieder ein um die Sprechstunde im Deutschlandfunk zu hören. Es folgte ein kurzer Beitrag über das Zittern. Man zittere nicht nur aus Kälte. Manche Menschen zittern auch vor Prüfungen. Die Erklärung: das käme noch aus der Steinzeit. Damals hatte man in dieser Situation zwei Möglichkeiten: entweder man rennt weg und flüchtet oder man holt die große Keule raus und erschlägt den Professor. Nicht schlecht. *grins*

10 Dinge... Mit 2 Monaten...

... findet man die Weihnachtsdekoration einfach hinreißend
... trägt man Größe 62
... freut man sich, wenn mit einem gesprochen wird
... entdeckt man seine Hände und ...
... entdeckt man seine Füße
... jauchzt man fröhlich um Mama zum Anschieben des Mobile zu animieren
... schläft man an guten Tagen ohne Hilfe ein
... schaut man alles neugierig aus großen Augen an
... tut man Mama gelegentlich den Gefallen und toleriert den Schnuller für 2 Sekunden und ...
... nutzt man den ersten Augenblick, wenn Mama nicht mehr hinschaut um ihn wieder auszuspucken

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Ich habe mir ganz fest vorgenommen...

... endlich einmal meinen Blog zu überarbeiten. Zu dem derzeitigen Zustand Layout zu sagen wäre wohl schamlos übertrieben. Ich beginne doch wenigstens einmal damit ein Profil zu erstellen...

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Geistige Umnachtung

Schlafmangel bringt seltsame Effekte hervor. Letzte Nacht beispielsweise. Als ich einschlief schlummerte mein Milchmädchen unruhig rechts neben mir. Vier Stunden später weckt sie mich mit Hungergeschrei und was muss ich feststellen? Da ist keiner mehr auf meiner rechten Seite... Stattdessen quietsch es links von mir auf meinem Arm liegend an mich gekuschelt. Meine Verblüffung muss mir sehr ins Gesicht gestanden haben, denn Milchmädchen grinst mich gleich darauf hin an. Kann man im Alter von 8 Wochen eigentlich frech grinsen? Ich glaube schon... Sowas. Sollte sie nicht aufgestanden, ums Bett herumgelaufen und auf der anderen Seite wieder reingeklettert sein, muss ich sie wohl selbst herübergenommen haben... vermutlich mit traumwandlerischer Sicherheit.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Etwas anspruchsvoller...

... als die Tischdecke war dagegen dieses Exemplar. Ich habe mich an der Atomium-Tasche von Griselda versucht. Das braune Wildlederimitat nähte sich wirklich bescheiden - irgendwie ist der Stoff rutschig - aber ich hab's dennoch hinbekommen und bin stolz drauf. Ich werde wohl meine Schwester zu Weihnachten damit erfreuen, wo sie doch Handtaschen über alles liebt...

Außen Wildlederimitat...

... und innen Pünktchenstoff von hier.

Anleitung gibt's hier.

Montag, 7. Dezember 2009

Der Nikolaus...

... trampelte gestern auf schweren Stiefeln durch unser Haus. Sohn bekam ein Teeservice mit selbst genähter Tischdecke - zum Glück ist das nicht allzu schwierig, ich hatte nur eine halbe Stunde Zeit dafür. Die Folge war, dass mein Mann und ich den ganzen Vormittag Haselnusstee trinken mußten, denn der Stiefel gab auch ein paar Nüsse frei. Dazu gab's frisch gebackene Haselnusspizza aus dem Hocker, der zum Ofen umfunktioniert wurde. Die Pizza war gar nicht so leicht zu essen trotz scharfem Messer und Gabel - sie rollte immerfort vom Teller. Mann bekam einen Werkzeuggürtel, damit er beim Bauen sein Werkzeug nicht immer neben sich legen muss. Dieses hat dort nämlich die Eigenschaft in den Besitz von Sohn überzugehen und sich heimlich davon zu stehlen. Ich durfte mich über eine neue Glasfeile freuen. Ganz schön fleißig, der Niko Laus.

Eine Glückspilzdecke für den Glückspilz, der etwas im Stiefel fand.

Samstag, 5. Dezember 2009

Von einem anderen Stern...

Kennt ihr das? Manchmal glaube ich, mein Kind ist ein Außerirdischer. Heute morgen zum Beispiel. Ich komme in den Flur und sehe Herrn Bergmann und Frau Engel mit hoch erhobenen Kerzenhaltern grimmig drein blickend vor mir stehen. Früher sahen sie freundlich aus und hielten die Kerzen gerade in den Händen. Und wer war's? Mein Sohnemann natürlich. Die müssen so sein, erklärte er mir kurze Zeit später.


Eine weitere Bestätigung der unirdischen Herkunft liefern mir unsere Mitbewohner. Neben den offensichtlichen Bewohnern wie Mann, Sohn, Tochter, Kater und mir gibt es hier weitere. Da wären diverse imaginäre Freunde: Ferdi, Sina, Emilie und Jolie. Während die ersten drei immer mit im Bett schlafen dürfen - jeder mit eigenem Kissen, eigenen Kuscheltieren und Taschentüchern zum Zudecken liegen sie aufgereiht wie die Hühner nebeneinander - muss Jolie immer auf dem Turm schlafen. Sie schaut dafür gern Bücher an, wie das Lesechaos zeigt. Ferdi mußte gestern auch mit zum Frisör, allerdings hat er beim Schuhe anziehen so gebummelt, dass ich glatt zu spät kam. Die Frisöse kicherte nur wild über meine Ausrede... mein Sohnemann konnte das gar nicht nachvollziehen. Seltsam. Ferdi ist zur Zeit überhaupt für alles zu haben. Möchte keiner mehr etwas bezahlen, muss Ferdi herhalten. Möchte keiner mehr ein Eis zum Nachtisch weil alle satt sind, muss Ferdi Eis essen. Möchte keiner mehr einen Kaffee trinken, weil der Durst bereits gelöscht ist, muss ihn Ferdi trinken. Er hat's wohl nicht so leicht, denke ich oft.

Und heute Nachmittag? Wir hatten Besuch. Die Kindergartenfreundin und er hatten uns Eltern so lange genervt, bis wir beschlossen, dass die beiden sich auch am Wochenende mal sehen dürfen und wir Großen uns mal miteinander bekannt machen sollten. Das Ergebnis: wir Eltern hatten einen netten aber unheimlich anstrengenden Nachmittag, die kleinen Geschwister der beiden Großen sind total kaputt, die beiden Großen sind ebenfalls so kaputt, dass sie aussehen als würden sie die nächsten 10 Jahre verschlafen, dazu diverse abgewetzte Rennstrecken in der Wohnung, eine defekte Feuerwehr - die Leiter ist abgebrochen - deren Flugbahn Kerben im Fußboden hinterlassen hat, ein großer Haufen bunt ineinander verdrehter Knete und nicht zuletzt: 2 Pfefferkuchenhäuser. Gratis dazu gab's die Erkenntnis, dass die beiden sich einfach viel zu gut verstehen. Wäre nur nett, wenn sie das auch mal in ruhigem Spiel umsetzen könnten und nicht nur in hemmungslosem Herumtoben. Aber wir werden es wohl dennoch wiederholen - im Sommer im Garten mit einem großen Wasserschlauch, gegebenenfalls auch mit kaltem Wasser... die Option würde ich mir wohl offen halten. Unglaublich. Außerirdische.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Schräge Schrägbänder

Ich übe. Mit jedem neuen Nähprojekt kommt etwas hinzu, was ich noch nie gemacht habe. Da ich vorhabe für das große Kind eine Fleecejacke zu nähen, die mit Schrägband eingefasst ist, musste ich das Schrägband annähen erstmal an etwas einfachem üben. Es bot sich an, eine Kuscheldecke für unser Milchmädchen zu nähen:

Da ist sie - mit lila Punktefleece von hier. Zwei der vier Ecken sind nicht ganz sauber geworden, der Rest ist in Ordnung. Gleichzeitig kann man sich darin üben gerade zu nähen.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Nähfieber

Seit ich im Juni aufgrund windpockendotierter Arbeits-Zwangspause angefangen habe zu nähen, fasziniert es mich. Seit Mitte September finde ich nun regelmäßig ein wenig Zeit um die Dinge in die Tat umzusetzen, die ich mir vorgenommen habe. Die Nähmaschine meiner Mutter ist so viel Ausarbeitung schon gar nicht mehr gewöhnt... Aufgrund meiner Unerfahrenheit und den geringen Zeitfenstern bin ich zwar nicht besonders effektiv - die Trennnadel ist mein Lieblingswerkzeug - aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Außerdem stelle ich langsam eine Verbesserung meiner Fähigkeiten fest. Ich habe mir fest vorgenommen, euch endlich mal die ersten Werke zu präsentieren. Den Anfang macht ein Drachenpulli aus Doublefleece in Schwarz-Orange - Stoff gab's hier.

Vorderseite

Rückseite - mit Flammen *stolz guck*